Der Mann, der keine Angst vor den Haien hat
August 19, 2012 No CommentsSaint-Paul. Didier Dérand ist heute früh von den Roches Noires aufgebrochen, um zum Strand von Boucan zu schwimmen. Die Überquerung des Wassers von der Südküste der Insel La Réunion zur Westküste ist 4,3 km lang. Diese Strecke wird er schwimmend über das offene Meer zurückliegen, um zu beweisen, dass die Küste vor der Insel ungefährlich und nicht voller blutrünstiger Haie ist.
Vor den Augen vieler neugieriger Zuschauer schwimmt Didier Dérand auf die offene See hinaus, bei einem kühlen Wind und starkem Seegang. Am Tag vor der Herausforderung trainiert der Beauftragte der Brigitte Bardot Stiftung, um noch einmal seine Ausrüstung und seinen Schutzanzug zu prüfen. “Meine grösste Angst sind nicht die Haie, sondern die Kälte. Daher muss ich meinen Schutzanzug vorher testen, um zu sehen, ob er mich wärmen wird und ob er richtig sitzt”, erklärt er.
Nach 500 Metern fällt die Entscheidung. Der Anzug sitzt nicht eng genug und treibt daher zu sehr im Wasser. Er werde daher wahrscheinlich ohne den Schutzanzug schwimmen, da dessen Gewicht ihn zu sehr ermüden würde. Er ist sehr vorsichtig, da er weiss, dass die kommende Herausfordung es in sich hat. Mit 55 Jahren bricht dieser Apotheker aus Saint-Joseph auf, um von den Roches Noires übers offene Meer zum Strand Boucan zu schwimmen. Die Strecke von insgesamt 4,3 km wird er mit zwei Freunden zurücklegen. Als einzige Ausrüstung dient eine Tachmaske und Schwimmflossen.
Wenn dieser Versuch glücken sollte, stehen noch 3 weitere Meeresüberquerungen an. Didier will noch vor Trois-Bassins, Saint-Leu und l’Etang-Salé schwimmen. Diese Orte wurden nicht zufällig ausgewählt. Es sind die Gemeinden, die in letzter Zeit besonders häufig von Haiangriffen betroffen waren.
Mit seiner Aktion möchte Didier zeigen, dass “das Meer nicht von Haien vergiftet ist, die mit offenen Maul warten, dass die Surfer oder Taucher ins Wasser steigen.” Für ihn gibt es einfach “kein Risiko für Haiangriffe auf La Réunion”. “Natürlich gab es Unfälle. Sie sind sehr bedauerlich, aber es gibt viele Hypothesen, die diese Vorfälle erklären: die Umweltverschmutzung der Küstengewässer, die stärkere Trübung des Wassers, die Präsenz der Wale aber auch die Unvorsichtigkeit der Surfer sowie die überlaufenen Strände,” erklärt er.
Jeder sollte Verantwortung übernehmen
Didier findet, dass jeder Verantwortung übernehmen sollte. “Nur die Haie werden zur Verantwortung gezogen. Aber sie sind doch im Meer zuhause. Stattdessen sollten lieber die Fischer aufhören, Abfälle ins Wasser zu werfen oder die Fische zu streicheln. Die Behörden sollten sich wachsamer zeigen und die Surfer sollten vorsichtiger sein,” kritisiert der Beauftragte der Striftung Brigitte Bardot. Er betont jedoch, dass er kein Spezialist sei. Er möchte nur seine Meinung zum Ausdruck bringen, die sich auf 45 Jahre Erfahrung im Meer auf La Réunion stützt.
Related posts:
- Gefahr für Taucher, Schwimmer und Surfer: Haiangriffe auf La Réunion
- La Réunion: Die Jagd auf die Haie ist eröffnet
- Urlaubsparadies Réunion: Strände der Insel
- Tauchen auf La Réunion
- Aktiv Reisen: Wanderungen auf La Réunion


