Bruno Zopire – Der Kokosnusskönig auf La Réunion
August 12, 2012 No CommentsDas Flechten der Kokosnussblätter birgt kein Geheimnis mehr für Bruno Zopire. Der Künstler auf La Réunion flechtet die Kokosnussblätter leidenschaftlich gerne, seitdem er sechs Jahr alt ist, und gilt heute als Meister seiner Handwerkskunst.
Er lebt und atmet die Kokosnuss. Geboren in Grande Fontaine auf der Insel La Réunion haben ihn die Kokosnüsse sein ganzes Leben begleitet. Als er noch klein war, hat Bruno Zopire in seiner näheren Umgebung beobachtet, wie Familie und Freunde die Blätter von diesem majestätischen Baum geflechtet haben. “Mit 10 Jahren wurde endgültig mein Interesse geweckt”, erinnert er sich. “Ich hatte mir einen Hut gefertigt, um Fischen zu gehen.” Ein Touristenpaar, die bei ihm vorbeikamen, konnten nicht widerstehen. Sie boten eine attraktive Summe für seine Kunstwerke an. Bruno gab schliesslich das Fischen auf und verschrieb sich ganz seiner Hanswerkskunst, die weitaus lukrativer war.
Seitdem stellte Bruno sein Talent auf Festivalen mit nur zwei Modellen zur Schau: dem Hut und der Schale. Vierzig Jahre später findet man ihn auf jedem Festival und kulturellem Ereignis auf La Réunion. “Ich bin sehr gefragt”, gesteht er. Er beherrsche 80% der Flechttechniken, die es insgesamt auf der Welt gibt. Das macht ihm zu einem einzigartigen Spezialisten auf der Insel La Réunion und im ganzen Indischen Ozean.
Die Eröffnung eines Öko-Museums
Das Know-how hatte er angesammelt durch Beobachtung, Austausch während seiner vielen Reisen und mithilfe von Büchern. Die Geduld sei der Schlüssel zum Erfolg, sagt er. Die Beschäftigung mit dem Handwerk hat ihm geholfen, bestimmte Eigenschaften zu überwinden. “Ich habe angefangen, mit den Menschen zu kommunizieren. Vorher war ich sehr schüchtern. Jetzt rede ich gerne und überall,” erklärt er. Und er kann sehr gut von seiner Leidenschaft leben. Der Ausgangsstoff kostet fast gar nichts.
Einen Absatzmarkt gibt es: Die Touristen schätzen es, andere Handwerkskunst auf La Réunion zu finden als die chinesischen oder magassischen Objekte. Es kommt sogar vor, dass einige Urlauber Bestellungen vor ihrem Abflug aufgeben. Bruno hat es geschafft, dass eine vor dem Aussterben bedrohte Handwerkskunst wieder
in Mode kommt. Es gibt circa ein Dutzend Künstler auf der Insel, die die Kokosnuss und die Blätter berarbeiten.
Bruno hat es sich zur Aufgabe gemacht, zuerst die Jungen für sein Handwerk zu begeistern. Er erhofft sich, bald seine Werkstatt in die Schulen zu tragen. Und schliesslich will er ein Öko-Museum gründen, das ganz der Kokosnuss gewidmet ist. Wünschen wir ihm viel Glück mit seinen Vorhaben!
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