Piraten auf La Réunion: Wer war La Buse?
Mai 7, 2011 No CommentsLa Buse war wohl der berühmteste Pirat von der Réunion. Seine Jugend sowie seine Wurzeln sind uns bis heute unbekannt, jedoch vermutet man, dass er als Olivier Levasseur in Calais um 1790 als Sohn einer reichen bürgerlichen Familie geboren wurde. Er wurde Marineoffizier und erhielt von der französischen Krone während des spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) den Kaperbrief, der es ihm erlaubte, als Pirat für Frankreich tätig zu sein. Nach dem Krieg schloss er sich dem Piraten Benjamin Hornigold an.
Als sich die Piraten um Hornigold ein Jahr später auflösten, beschloss Levasseur, die Karibik zu verlassen und sein Glück im Indischen Ozean zu versuchen. Er assoziierte sich im Jahre 1719 mit englischen Piraten und griff mit ihnen ein Jahr später den für den Sklavenhandel bedeutenden Hafen Ouidah an der beninischen Küste an und hinterließ die Befestigungen als Ruinen. Zu dieser Zeit machte ihm immer mehr eine Narbe über einem seiner Augen zu schaffen, bis er völlig blind auf dem Auge wurde und begann, eine Augenklappe zu tragen.
Ab 1721 begann er seine Raubzüge von seinem Stützpunkt auf der Insel Sainte-Marie aus zu führen, die nicht weit von der Küste von Madagaskar abgelegen war. Er überfiel die Lakkadiven und verkaufte die erbeutete Ware für ein Vermögen an die Holländer. Anschließend kam der ganz große Coup: Die Kaperung der portugiesischen Galleone Virgem Do Cabo (Die Jungfrau vom Kap), vollgeladen mit Schätzen des Bischofs von Goa und des Vizekönigs von Portugal, die auf ihrem Weg nach Lissabon waren. Dabei mussten die Piraten nicht eine einzige Breitseite feuern. Das Schiff wurde in einem Sturm so stark beschädigt, dass es die 72 Kanonen über Bord werfen und an der reunionaisischen Küste vor Anker gehen musste.
Die Beute bestand aus Gold- und Silberbarren, Kisten voller goldener Guinees, Diamanten, Perlen, Seide und wertvoller Kunstwerke. Die Piraten erbeuteten zudem das legendäre feurige Kreuz von Goa – ein zwei Meter hohes goldenes Kreuz, besetzt mit Diamanten, Smaragden und Rubinen. Der Schatz war so überwältigend, dass die Piraten darauf verzichteten, die Seeleute an Bord auszurauben – was sie gewöhnlich taten. La Buse teilte die Beute mit seiner Mannschaft und den anderen Piratenkapitänen auf, behielt jedoch das goldene Kreuz.
Der Pirat schickte Vermittler nach Bourbon, da die Insel den Piraten Amnestie angeboten hatte, wenn sie sich dort niederließen. Jedoch wollte die französische Regierung einen Teil der erbeuteten Schätze des Piraten zurück, also entschied sich La Buse, sich stattdessen insgeheim auf den Seychellen anzusiedeln. Schließlich wurde er doch in Fort Dauphin auf Madagaskar gefangengenommen und um 5 Uhr früh am 7. Juli 1830 für Freibeuterei in St. Denis auf Bourbon gehangen.
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