Eindrucksvolle Kolonialgeschichte: Stadtvillen in Saint-Denis
Mai 7, 2011 No Comments
Die Besitzer der Kaffee- oder Rohrzuckerplantage stellten ihr Vermögen gerne zur Schau, indem sie beeindruckende Villen in den Alleen von St. Denis errichteten. Hier lässt sich eine subtile Hierarchie erkennen: Die prächtigsten Häuser befinden sich in St. Denis auf der rue de Paris und nicht auf den Seitenstraßen. Die Baustile ähneln denen der Villen auf den Plantagen, jedoch ist die Fassade der Stadthäuser oftmals viel prächtiger gestaltet als die ihrer Schwestervillen auf dem Lande, damit auch jeder den Geschmack und den Reichtum der Besitzer bewundern konnte. Die Zäune und Mauern um die Stadtgrundstücke herum gaben nur den Anschein, den Prunk der Villen zu verstecken.
Hinter der Fassade waren die Bauwerke gewöhnlich wie andere: Küche, Ställe, usw. In allen wichtigen Städten der Insel finden sich die kreolischen Villen, insbesondere in der Hauptstadt St. Denis, aber auch in St. Pierre, St. Paul, St. Louis, St. André und St. Leu. Ein wichtiges Charakteristika der kreolischen Architektur ist die Inszenierung der Häuser in einer landschaftlichen Umgebung, ob weiträumig oder bescheiden, die geschickt den Stil der Häuser hervorhebt. Um die Bauwerke zu bestaunen, sollten Sie durch die Straßen der Hauptstadt flanieren und hinter den Hecken und Zäunen die kreolischen Villen auf eigene Faust entdecken.
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